13.07.2012 / Feuilleton / Seite 12

Keine Spur

Was interessiert die Generalbundesanwaltschaft am NSU-Skandal?

Markus Mohr
Nachdem im November 2011 die Mordserie der Gruppe »Nationalsozialistischer Untergrund« (NSU) bekanntgeworden war, gab es in den großen Feuilletons ein kurzes politisches Wetterleuchten. Von verschiedenen Journalisten wurde die dubiose NSU mit den Sicherheitsbehörden in engen Zusammenhang gebracht. In der Zeit fragte Heinrich Wefing, ob es in der Bundesrepublik »so etwas wie einen ›Tiefen Staat‹» gebe, »eine Verflechtung zwischen Sicherheitsbehörden und Rechtsextremisten oder gar Rechtsterroristen?« (17.11.2011) In der FAZ forderte Nils Minkmar die Abschaffung der Ämter für Verfassungsschutz, denn die Naziterroristen seien doch »unter deren Augen« verschwunden und dabei nicht »besonders tief« abgetaucht: »Es war mehr so ein Schnorcheln, ein Untertauchen in der Badewanne«. Letztlich, so Minkmar lakonisch, sei es doch immer wieder »die gleiche Geschichte: Verfolgt man die Spur des Terrors nur lange genug, endet man vor einem geheimen Dienstgebä...

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