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29.06.2012 / Titel / Seite 1

Aktenschredder im Amt

Sebastian Carlens
Noch nach dem Auffliegen des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) ließ das Bundesamt für Verfassungsschutz wichtige Akten vernichten. Bei der Sitzung des Bundestagsuntersuchungsausschusses, der die Rolle der Behörden im Umgang mit dem NSU aufklären soll, hat dieser Vorgang am Donnerstag in Berlin für einhellige Empörung gesorgt. Nach Informationen von Ausschußmitgliedern sollen die Geheimdienstler am 11. November 2011, also exakt eine Woche nach Enttarnung der Terrorzelle und dem Tod der NSU-Gründer Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, mindestens vier Akten zur sogenannten Operation »Rennsteig« vernichtet haben. Im Rahmen der Operation hatten Bundes- und Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz gemeinsam mit dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) gezielt den »Thüringer Heimatschutz« (THS), aus dem später der NSU hervorging, mit Spitzeln durchsetzt.

Brisanz gewinnt die Operation »Rennsteig« gerade dadurch, daß so gut wie nichts über sie bekannt ist &nda...

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