01.06.2012 / Thema / Seite 10

»Friedliche Revolution«

Hintergrund: Das Bild willkürlicher Regierungsgewalt gegen eine friedliche Opposition in Syrien ist fern der Realität. Die Eskalation der Gewalt in Syrien wurde von Beginn an durch Angriffe bewaffneter Regierungsgegner geschürt

Joachim Guilliard
Am 26. Mai wurden in Al-Hula, nahe Homs, bei den bisher schwersten Gewalttaten seit Beginn der von dem UN-Sondergesandten Kofi Annan vermittelten Waffenruhe über 100 Menschen getötet und 300 verwundet. Über ein Drittel der Opfer sind Kinder. Obwohl die Beobachter der Vereinten Nationen, die den Ort später untersuchten, keine Aussagen über die Täter machen konnten, erklärten westliche Politiker und Medien sofort die syrische Regierung für verantwortlich. Regierungstruppen hätten Wohngebiete, in denen Anti-Assad-Demonstrationen stattfanden, mit Panzern, Mörsern und schweren Maschinengewehren beschossen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte zwar in einer Dringlichkeitssitzung die Gewalttat aufs schärfste, vermied aber eine Schuldzuweisung. Insbesondere Rußland wies darauf hin, daß zunächst eine genauere Untersuchung erfolgen müsse.

In der Tat spricht vieles gegen eine Verantwortung der Armee für das Gros der Opfer. Warum sollte die Regierung ein derartig sinnl...

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