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10.05.2012 / Inland / Seite 4

Ruf nach Kopfnoten

Wirtschaft beklagt Azubi-Mangel, Bundesregierung freut sich über »entspannte« Situation, DGB und Linke klagen über Mißbrauch und schlechte Qualität der Ausbildung

Ralf Wurzbacher
Verkehrte Welt auf dem Ausbildungsmarkt: Nicht mehr die Jugendlichen bleiben massenweise auf der Strecke. Nein: Die Wirtschaft guckt in die Röhre. So lautet jedenfalls der Tenor des »Berufsbildungsberichts 2012«, den die Bundesregierung am Mittwoch verabschiedet hat. Mangel herrscht demnach nicht mehr an Lehrstellen, sondern an Azubis, speziell an solchen, die »ausbildungsfähig« sind. Nach einer Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) haben 35 Prozent der befragten Unternehmen im Ausbildungsjahr 2010/11 eine oder mehrere Lehrstellen nicht besetzen können. Schuld daran sind natürlich die Bewerber, weiß man beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und fordert die Wiedereinführung von Kopfnoten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) dreht den Spieß um und stellt fest: »Viele Betriebe sind nicht ausbildungsreif.«

Laut Berufsbildungsbericht wird die Zahl der Schulabgänger ohne Hochschulzugang bis 2025 um rund 102000 sinken. Das wäre ...

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