19.04.2012 / Feuilleton / Seite 13

Medienpflicht zum Gesicht

Breivik, Minkmar und die vornehme FAZ

Wiglaf Droste
Medienverantwortung ist die Pflicht, dafür zu sorgen, als Medium wahrgenommen zu werden, und zwar mit allen Mitteln und um jeden Preis. Das ist die gängige Praxis, die von manchem allerdings als abstoßend empfunden wird, beispielsweise vom deutschen »Institut für Medienverantwortung« in Erlangen, das dazu riet, bei der Berichterstattung über den Prozeß gegen den 77fachen rechtsradikalen Mörder Anders Breivik nicht dessen Propaganda- und Inszenierungsplänen in die Hände zu spielen und deshalb darauf zu verzichten, Fotos von Breivik zu veröffentlichen.

Das ist schon deshalb nicht uneinleuchtend, weil seit den Mordtaten vom 22. Juli 2011 jeder Mensch mit Medienzugang weiß, wie Anders Breivik aussieht. Der »Informationspflicht«, auf die sich Medien immer dann explizit berufen, wenn sie besonders Widerwärtiges kommerziell breittreten, ist diesbezüglich schon reichlich Genüge getan worden. Welche neuen oder zusätzlichen Informationen könnten weitere Fotos d...

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