10.04.2012 / Schwerpunkt / Seite 3

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Plädoyer für einen vernunftgeprägten Umgang mit der DDR unter besonderer Einbeziehung der Künste

Gerd Schumann
Kunst, das sind immer auch die Verhältnisse, unter denen sie entsteht. Wer beispielsweise mehr über ein Land erfahren möchte, das er nicht persönlich in Augenschein nehmen kann, lese darüber oder schaue sich Filme von dort an oder lasse sich erzählen. Das gilt umso mehr, wenn das Objekt des Interesses nicht mehr existiert, wie im Fall der DDR.

Als ich mich kürzlich in Eisenhüttenstadt, dem »ehemaligen Osten«, mit Andreas Ludwig, Leiter des dortigen Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR, unterhielt (siehe jW vom 3./4.3.2012), bemerkte er: Wer sich Literatur aus der DDR zu Gemüte führe, lerne so manches Mal mehr, als etwa Ausstellungen oder andere Aufarbeitungen vermitteln könnten. Ludwig, ein Westberliner Historiker, hat Recht. Der Blick zurück ist geprägt vom Betrachtenden, dessen Haltung und den Zugängen zum Sujet. Geschichtsschreibung aus Siegersicht ist per se interessenverklärt.

Stasi und Mauer

Ludwig empfahl, Christoph Hein zu lesen. Ein wert...

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