27.03.2012 / Inland / Seite 4

Europol jagt »Anarchisten«

EU-Polizeiagentur will grenzüberschreitende Beobachtung und Zusammenarbeit verstärken. Als gefährlich eingestuft werden Antirassisten und Proteste gegen Verkehrsprojekte

Matthias Monroy
Die EU-Polizeiagentur Europol will eine Konferenz zum »Anarchismus« organisieren. Dies berichtete ein Sprecher vergangene Woche in der EU-Ratsarbeitsgruppe »Terrorismus«. Demnach soll die Veranstaltung am 25. April stattfinden.

Die Mitteilung erfolgte im Rahmen eines Referats der italienischen Delegation über Aktivitäten der »Federazione Anarchica Informale« (F.A.I.). 2003 hatte sich die italienische Gruppe zu der »Operation Weihnachtsmann« und damit zum Versand von Päckchen bekannt, die beim Öffnen eine Stichflamme entfachten. Auch an die Europäische Zentralbank (EZB) und an Europol wurde derart brisante Post verschickt. Zuletzt erhielt im Dezember der Chef der Deutschen Bank einen mit Sprengstoff gefüllten Brief, dem ein Bekennerschreiben der F.A.I. beigelegt war.

Auch der EU-Geheimdienst »SitCen« nimmt linke Bewegungen aufs Korn. Im Oktober letzten Jahres hatte der Dienst einen Lagebericht zum »Anarchismus« erstellt, für den Geheimdienste der Mitglie...



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