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14.03.2012 / Inland / Seite 5

Anklage in der Offensive

Oury-Jalloh-Prozeß: Staatsanwaltschaft fordert Erweiterung der Anklage auf Freiheitsberaubung. Bereits die Ingewahrsamnahme des Asylbewerbers sei rechtswidrig gewesen

Susan Bonath
Im Prozeß um den weiterhin ungeklärten Verbrennungstod des Asylbewerbers Oury Jalloh im Dessauer Polizeirevier sorgte die Staatsanwaltschaft am Dienstag im Magdeburger Landgericht für einen überraschenden Verhandlungsauftakt. Sie beantragte, den bisher zur Anklage stehenden Tatbestand »Körperverletzung mit Todesfolge« um »Freiheitsberaubung mit Todesfolge in minder schwerem Fall« zu erweitern. Zuvor hatten die Staatsanwälte der von der verhandelnden Kammer angeregten Einstellung des Verfahrens gegen Geldbuße nicht zugestimmt. Ein Befangenheitsantrag, den die Nebenklage vergangene Woche gegen die drei Richter und zwei Schöffen der Kammer gestellt hatte, lehnten drei Vertretungsrichter ab. Auf der Anklagebank sitzt der Polizeibeamte Andreas Schubert. Ihm wird vorgeworfen, Jalloh nicht rechtzeitig geholfen zu haben.

Oberstaatsanwalt Christian Preiss­ner begründete den Antrag damit, daß man einen möglichen Vorsatz des Angeklagten bei den weiteren Ermittlunge...

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