17.02.2012 / Titel / Seite 1

Folter made by NATO

Rüdiger Göbel
Vor einem Jahr begann der Aufstand gegen den libyschen Staatschef Muammar Al-Ghaddafi. Am heutigen Freitag wird in Tripolis und in anderen Städten des nordafrikanischen Landes »an den Beginn der Revolution erinnert«, wie die Agentur dapd gestern vorsichtig formulierte. »Gefeiert« wird nicht. Die Stromversorgung fällt regelmäßig aus, das Gesundheitssystem liegt am Boden, von Sicherheit im Land kann keine Rede sein. Die von der NATO im vergangenen Jahr mit Luftangriffen unterstützten Milizen verlangen nach mehr Posten und Macht in dem ölreichen Libyen, wollen sich dem Nationalen Übergangsrat nicht unterordnen. In von den Banden betriebenen Internierungslagern werden Gefangene gefoltert und getötet. Erst am Donnerstag legte Amnesty International (ai) diesbezüglich einen Bericht über »weitreichende Menschenrechtsverletzungen« vor, der sich auf Vorort­recherchen einer Delegation in den vergangenen Wochen stützt. Schon im vergangenen September hatte die US-Orga...

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