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10.02.2012 / Feuilleton / Seite 12

Seltsame Liebesbriefe

Zum Tod von Lisa Abendroth

Heiner Halberstadt
Wer die wissenschaftliche und politische Leistung von Wolfgang Abendroth würdigen will, der muß gleichzeitig die Frau an seiner Seite beachten: Lisa Abendroth. Es gab keine Handlung, keine Aktion ihres Mannes mehr, keine Publikation, die sie nicht untereinander diskutiert hätten. Die promovierte Historikerin hat nicht verborgen im großen Schatten ihres Mannes gelebt, sondern sie hat wesentlich dazu beigetragen, seine Leistungen überhaupt erst zu ermöglichen. Sie starb am Wochenende in Frankfurt am Main.

Geboren wurde sie am 27. Februar 1917 als Tochter eines Bremer Volksschullehrers und Anarchisten. Er war wiederum der begabte Sohn einer westfälischen Kleinbauernfamilie, die kaum über Geld verfügte. Lehrer war damals das billigste Studium. Kinderbücher gab es bei ihnen zu Hause keine, dagegen schöngeistige und viel Geschichtsliteratur, die sie faszinierte. Durch einen Unfall wurde ihr linkes Bein dauerhaft geschädigt. »Das mindert ihre Heiratsfähigkeit«,...

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