30.12.2011 / Feuilleton / Seite 13

Zeig mir deine Plattensammlung

Zwei grundverschiedene Ausstellungen loten das Gemeinsame von Kunst und Popmusik aus

An Paenhuysen
Der Geruch von Männerachselschweiß verfolgte mich noch lange nach meinem Besuch der Can-Ausstellung im umgezogenen Künstlerhaus Bethanien am Kottbusser Damm in Berlin-Kreuzberg. Dort sind mindestens drei elektrische Gitarren zu sehen. Dabei scheint mir Can das Gegenteil einer klassischen Macho- oder Rockband gewesen zu sein – die Band, ihre Musik und ihr Image wirkten im Vergleich fast feminin.

Die Gitarrendominanz ist eins von mehreren Indizien, daß diese Hommage der Rockavantgarde inspirationslos kuratiert worden ist. Kurator Christoph Tannert beschäftige sich, so die Website, schon seit den 1980er Jahren mit dem Thema der Grenzüberschreitung zwischen Kunst und Rockmusik. Seiner Ausstellung selbst merkt man das jedenfalls nicht an. Groß ist die Enttäuschung, daß Tannert bei der Konzeptualisierung lediglich die Künstlerliste abgecheckt hat – zwischen Namedropping und persönlichen Vorlieben. Von mindestens einem Künstler weiß man zumindest, d...

Artikel-Länge: 4510 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe