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26.11.2011 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Rollende Zeitbomben

Verein mobifair fordert Maßnahmen gegen illegalen Einsatz selbständiger Lokführer. Länderbehörden und Eisenbahnbundesamt bislang untätig

Rainer Balcerowiak
Derzeit fehlen in Deutschland mindestens 800 Lokführer. In den meisten Unternehmen schieben die Kollegen riesige Überstundenberge vor sich her, in einigen Fällen kam es im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) bereits zu mehrtägigen Zugausfällen, die durch teuren Schienenersatzverkehr kompensiert werden mußten. Für Unternehmen des Schienengüterverkehrs ist die Situation noch dramatischer. Bei Nichterledigung von Transportaufträgen drohen sowohl hohe Konventionalstrafen als auch der dauerhafte Verlust der betroffenen Kunden. Lokführer werden mittlerweile regelrecht abgeworben, einmalige Antrittsprämien von 2000 Euro und individuelle übertarifliche Lohnzulagen sind keine Seltenheit.

Doch längst gibt es in dieser Branche auch eine Grauzone. Selbständige Lokführer bieten ihre Dienste an, obwohl dies den Bestimmungen des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) eindeutig zuwiderläuft. Denn dort ist eindeutig geregelt, daß Eisenbahnbetriebsleistungen nur von zugelassen...

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