25.10.2011 / Ansichten / Seite 8

Tiefe Risse

Libysche Nacht der langen Messer

Werner Pirker
Wo die High-Tech-Hunnen der NATO ihr Zerstörungswerk verrichten, geraten selbst die elementarsten zivilisatorischen Standards unter die Räder. Nach der ruchlosen Ermordung Ghaddafis und der unwürdigen Zurschaustellung seines Leichnams inszeniert der von den Invasoren in Lynchstimmung gebrachte Mob eine Nacht der langen Messer. Die besiegten Verteidiger der libyschen Souveränität werden gnadenlos hingemetzelt. Berichten der Menschenrechtsorganisation »Human Rights Watch« zufolge wurden vor einem Hotel in der Stadt Sirte 53 Leichen von Mitkämpfern Ghaddafis gefunden. Ein Sprecher der Organisation sprach von einem weiteren Vorfall in einer Kette von »Tötungen, Plünderungen und anderen Verstößen von Anti-Ghaddafi-Kämpfern, die sich selbst über dem Gesetz sehen«.

Zwar ist eine Revolution, wie uns schon der Vorsitzende Mao lehrte, kein Deckchensticken, sondern ein gewaltsamer Akt, in der die Macht von einer Klasse auf eine andere übergeht. Im libyschen Fall ha...

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