26.09.2011 / Feuilleton / Seite 12

In die Berge

Den Blick nach unten heben: In Hamburg spielt das Thalia Theater Peter Handkes Stück »Immer noch Sturm«

Anja Röhl
Für sein Stück »Immer noch Sturm« hat Peter Handke dieses Jahr den Wiener Theaterpreis erhalten. Die Inszenierung von Dimiter Gotscheff erlebte im August bei den Salzburger Festspielen ihre Uraufführung, nun ist sie im Hamburger Thalia Theater zu sehen. Das Stück basiert auf einem Roman von 2010, in dem Handke die Geschichte seiner Familie ab 1936 erzählt, zwei Jahre bevor Österreich von Deutschland annektiert wurde. Handkes Vorfahren lebten als Angehörige der slowenischen Minderheit in einem kleinen Tal in Kärnten.

»Sturm« ist eine Metapher für Wut, für die Notwendigkeit von Gegenwehr gegen Diskriminierung und Unterdrückung, zu der sich einige Familienmitglieder endlich entschlossen, aber auch für die Geschichte, die wie ein Sturm über diese Familie hinwegfegte. Mit dem Bulgaren Dimiter Gotscheff hat Handke einen außergewöhnlichen Regisseur gefunden, der sich nicht dem Mainstream beugt und auf die Intensität der Figuren statt auf plakative Wirkung setzt...

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