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01.09.2011 / Feuilleton / Seite 12

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Oder, besser: Verse, die haften bleiben, ohne klebrig zu sein. Der neue Band der Lyrikerin Katharina Schultens

Kristoffer Cornils
Gierstabil«, so ein Titel weckt Neugier. Was hat es mit diesem Wort auf sich? Will man den Schleier vor Katharina Schultens’ zweitem Gedichtband lüften, findet man zuerst keine Erleuchtung, die Texte beschäftigen sich zunächst mit sich selbst. Schon im ersten Vers werden Konjunktive beschworen, dann geht es weiter, »ohne kommata, syn- / kopisch bestenfalls wechselnden takts« über »platzhalter« und die »vergleichs- / werkstatt« Körper. Die Neugier endet fast, Urteile wollen sich einstellen: Lyrik nach Lexikon, Geschreibsel aus dem Elfenbeinturm, der Universitätsbibliothek.

So schnell sich diese ankündigen, so schnell zeigt sich doch, daß diese Gedichte mehr können als wiederkäuerische Selbstreflexion. Obwohl die Beschäftigung mit der Sprache den Band dominiert, wird er nicht vollends davon vereinnahmt. Schultens setzt die Sprache in Bezug zur Welt. »wenn man die konjunktive gegens licht hielte« lauten die ersten Verse vollständig, »es gäbe verläufe ...

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