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26.07.2011 / Ausland / Seite 2

»Allerdings gibt es einen Nährboden«

Ohne ein rechtspopulistisches Milieu wären die Attentate von Oslo und Utøya nicht denkbar. Ein Gespräch mit Prof. Hajo Funke

Gitta Düperthal
Hajo Funke ist Rechts­extremismusforscher und Professor der Politik­wissenschaft der Freien Universität Berlin

Der norwegische Attentäter Anders Behring Breivik, der mit seinen Anschlägen auf das Jugendlager in Utøya und das Regierungsviertel in Oslo fast 100 Menschen umgebracht hat, bezeichnet sich als fundamentalistischen Christen, sieht sich im Kreuzzug gegen die multikulturelle Gesellschaft, den Islam und linke Demokraten. Wer bereitet den Boden für solchen rechten Terror?

Den hat die labile und größenwahnsinnige Persönlichkeit des Täters selbst bereitet – allerdings gibt es einen Nährboden aus verschiedenen Ideologien der neuen Rechten, von denen er Teile zusammengeklaubt und in seinem Pamphlet im Internet veröffentlicht hat. Dazu gehört, daß Migration – wo immer sie herkommt, besonders aber aus der islamischen Welt – die Identität Europas, der europäischen Zivilisation, der Nationalstaaten und des Christentums zerstöre. So argument...

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