21.07.2011 / Thema / Seite 10

»Der war asozialer Dreck«

Insbesondere obdachlose und sozial benachteiligte Opfer von Neonazischlägern tauchen in den Statistiken des Bundes nicht auf

Ulla Jelpke
In der Nacht vom 24. zum 25. Mai 2000 erstach ein 18jähriger Neonazi im Berliner Stadtteil Buch den 60jährigen Sozialhilfeempfänger Dieter Eich in dessen Wohnung. Der im gleichen Haus lebende Täter war zuvor mit drei weiteren Neonazis in die Wohnung eingedrungen, um »einen Assi aufzuklatschen«. Sie traten dem wehrlosen Mann mit Springerstiefeln in Gesicht und Magen. Aus Angst vor einer Anzeige beschlossen die Nazis, in Eichs Wohnung zurückzukehren und diesen zu töten. »Das hast du gut gemacht, der mußte weg, der war asozialer Dreck«, lobte einer der Schläger, Matthias K., seinen Kumpanen René R., nachdem dieser den wehrlosen Mann mit einem Jagdmesser ermordet hatte. Der später vom Gericht als »treibende Kraft« der Mordtat bezeichnete Matthias K. galt als »rechte Hand« des bekannten Berliner Naziaktivisten Arnulf Priem. Er erhielt eine 13jährige Haftstrafe wegen Mordes, der Mörder René R. eine Jugendhaftstrafe von acht Jahren, die beiden Mittäter fünf bzw....

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