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09.07.2011 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Peking im Zugzwang

Trotz staatlicher Regulierung: Immobilienspekulation und Kreditblase auch in China. Dramatischer Anstieg der Lebensmittelpreise, Kommunen verschuldet

Rainer Rupp
Der chinesische Ökonom Liu Shucheng von der Akademie für Sozialwissenschaften hat laut Nachrichtenagentur Xinhua kürzlich in Peking die großen Fortschritte gepriesen, die das Land angeblich in der Kunst der makroökonomischen Steuerung gemacht hat. Unter Führung der kommunistischen Partei habe China mit seinem »stabilen und hohen« Wachstum die zerstörerischen kapitalistischen Wirtschaftszyklen von Überhitzung und Rezession überwunden, und das seit 30 Jahren – also seit der Abkehr von der sozialistischen Planwirtschaft und der Hinwendung zur westlichen Marktwirtschaft.

Tatsächlich hört sich Shucheng an wie einer der vielen bürgerlichen Ökonomen, die vergeblich davon geträumt haben, Regularien zur wirtschaftspolitischen Feinsteuerung zu entwickeln, um die Höhen und Tiefen des Krisenzyklus in sanfte Wellen umzuwandeln. Das hat bisher noch nie geklappt, und es gibt keinen Grund, weshalb es das jetzt im chinesischen Kapitalismus anders sein soll.

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