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15.06.2011 / Antifa / Seite 15

Der Fall Kamal K.

Prozeßauftakt: Zwei Männer mit rechtsextremer Vergangenheit töteten jungen Iraker. Der Staatsanwalt sieht kein fremdenfeindliches Motiv

Claudia Wangerin
Er hatte einen dunklen Teint und wurde von zwei Männern, die er offenbar nicht kannte, auf einer Grünfläche am Leipziger Hauptbahnhof in einen Streit verwickelt. Dieser endete für Kamal K. tödlich. An Verletzungen durch einen Messerstich in den Bauch starb der 19jährige Iraker in der Nacht zum 24. Oktober 2010. Einer der mutmaßlichen Täter, die sich ab Freitag vor dem Leipziger Landgericht verantworten müssen, trägt laut Staatsanwaltschaft Tätowierungen, die auf eine Affinität zur rechten Szene schließen lassen. Der andere war jahrelang Mitglied in der neonazistischen Kameradschaft Aachener Land. Fremdenfeindlichkeit taucht in der Anklageschrift gegen Daniel K. (28) und Marcus E. (32) allerdings nicht als mögliches Tatmotiv auf. Auch ist keiner von ihnen wegen Mordes angeklagt: Sie sollen Streit mit Kamal K. gesucht, ihn mit Reizgas besprüht und geschlagen haben. Als das Opfer schon am Boden lag, soll Marcus E. ihm das Messer in den Bauch gerammt haben. A...

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