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02.04.2011 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Üble Nachrede

Über Literatur und Kritik

Frank Schäfer
Literaturkritik neigt dazu, klüger als die Literatur sein zu wollen. Sozusagen die Literatur und noch etwas mehr. Dabei ist sie natürlich immer weniger, sie reduziert das Vieldeutige, kappt den semantischen Überhang, indem sie es auf einen Nenner bringt. Auch wenn die Kritik selbst literarisch ist, praktiziert sie Reduktion, sie schließt aus. Die Überheblichkeitsgeste der Kritik ist ihre Kompensation dieses Umstands. Sie weiß das naturgemäß selbst, und sie ärgert sich grün vor Neid. Deshalb auch oft dieser Furor sowohl des Verrisses wie des Lobs. Ist doch nur Kunst, könnte man dagegenhalten, tut doch keinem weh. Aber in beiden Fällen sind es Machtdemonstration, die umso forcierter ausfallen, je deutlicher der Kritiker dem Künstler zu verstehen geben will, daß er den längeren Füller hat. Insofern steckt noch in der größten Laudatio ein Kern Verachtung.

Schriftsteller schreiben etwas auf, um zu sehen, wie die Welt aufgeschrieben aussieht.

Roland Barthes e...



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