30.03.2011 / Thema / Seite 10

Gespaltenes Bürgertum

Rezension. FAZ-Redakteur Patrick Bahners entlarvt die neokonservative Islamkritik als Panikmache und wird dafür im eigenen Lager heftig attackiert

Thomas Wagner
Manchmal kommt es auf die Nuancen an. Nur wenige Stunden nachdem er das Amt des Bundesinnenministers übernommen hatte, machte Hans-Peter Friedrich (CSU) mit der Bemerkung von sich reden, daß der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Er positionierte sich damit explizit gegen den Bundespräsidenten Christian Wulff, der mit der Behauptung des genauen Gegenteils erst vor wenigen Monaten den geballten Zorn jener Islamkritiker auf sich gezogen hatte, die das christliche Abendland oder gar die gesamte westliche Zivilisation durch ihre muslimischen Nachbarn bedroht sehen. »Wulffs Kritiker offenbarten, daß für sie das Vorhandensein deutscher Muslime nicht selbstverständlich ist, keine von der deutschen Politik vorgefundene Gegebenheit wie der deutsche Papst. Zu ihrem Deutschland gehört der Islam nicht. Ihr Deutschland ist ein Deutschland ohne Islam«, beschreibt der Journalist Patrick Bahners die Haltung dieser Sorte Islamkritiker auf Seite 8 seiner Streitschrift »Die...

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