20.12.2010 / Ausland / Seite 7

Es geht vor allem um Geld

Wie die USA kubanische »Dissidenten« sehen. Prozeß gegen Posada Carriles

André Scheer
Jonathan D. Farrar hat für die Regierungsgegner in Kuba nichts übrig. In einem Dokument, das dem Enthüllungsportal Wikileaks zugespielt wurde und das die spanische Tageszeitung El País in der vergangenen Woche veröffentlichte, zeichnet der Chef der US-Interessenvertretung in Havanna am 15. April 2009 ein verheerendes Bild der zersplitterten und untereinander zerstrittenen Dissidenten auf der Insel. Wenn man frage, »was die politische Opposition tut und welche Rolle sie in Zukunft spielen könnte«, sei die Antwort darauf »nicht viel und nichts«. Diese Gruppen seien von »Einzelpersonen mit starkem Ego« gesteuert. Obwohl ihre kaum konkreten politischen Vorstellungen nahe beieinander lägen, sei dadurch eine Zusammenarbeit zwischen ihnen kaum möglich.

Schwerer wiegt jedoch Farrars Feststellung, daß die Dissidenten »außerhalb des ausländischen diplomatischen und Pressekorps nicht sonderlich bekannt« seien. Selbst unter Kubanern, die in der Interessenvertretung ...

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