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03.12.2010 / Feuilleton / Seite 12

Schwimmendes Elend

Ein Film von Heidi Specogna über Kindersklaven in Afrika und eine ­verpfuschte Bundesligakarriere

Matthias Reichelt
Die erste Einstellung zeigt Jonathan Akpoborie, den einstigen nigerianischen Stürmer beim VfL Wolfsburg, inmitten des leeren Stadions. Die Kamera folgt seinem Blick über das Spielfeld und die Ränge, während er sich an seine große Karriere erinnert, die 2001 abrupt endete. Der Dokumentarfilm von Heidi Specogna erzählt die Geschichte eines erfolgreichen Fußballers, der mit seiner Gage eine alte dänische Fähre erwarb und sie zur Existenzsicherung seiner Familie 2000 in Nigeria übergab. Akpoborie hatte das Schiff auf den Namen seiner Mutter, Etireno, getauft. 2001 geriet die »Etireno« als »Kindersklavenschiff« in den Fokus internationaler Medien. Das Schiff verkehrte im Golf von Guinea zwischen Nigeria, Togo und Benin und transportierte Kinder zu ihren jeweiligen Einsatzorten, nachdem die Eltern sie an Vermittler verkauft hatten, um sich und ihrer Restfamilie das Überleben zu sichern. Im April 2001 wurde das Schiff vor Gabun aufgehalten und nach der Befreiung...

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