28.10.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

Von der Neutralität zur NATO

Nordeuropäische Staaten werden zur Kontrolle Rußlands und der rohstoffreichen Arktis genutzt und gebraucht

Agneta Norberg
In der Öffentlichkeit kaum vorhanden, übersehen selbst europäische NATO-Gegner in ihren NATO-kritischen Diskussionen oft den Norden des Kontinents. Tatsache ist aber, daß die nordeuropäischen Länder aufgrund ihrer geographischen Nähe zu Rußland seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs für die USA von großer Bedeutung waren. So sollten die Gebiete Dänemarks, Norwegens, Islands, Grönlands und sogar Schwedens dazu verwendet werden, die damalige Sowjetunion, das jetzige Rußland, in Schach zu halten, zu beobachten und zu kontrollieren.

In Norwegen beispielsweise, das seit 1949 Mitglied der NATO ist, befanden sich während des Kalten Krieges zahlreiche Flugfelder, sogenannte »collocated operating bases«, Radarsysteme (stationär und mobil), Abhör­einrichtungen und große Höhlen in den Lofoten, wo sich US-Unterseeboote aufhielten. Das norwegische Friedensforschungsinstitut PRIO nannte Norwegen einen unsinkbaren Flugzeugträger der NATO.

Im Jahr 2000 installierten die ...



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