22.10.2010 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Falsches Feindbild

US-Gewerkschaften machen China für Jobabbau im Lande verantwortlich. Das ist kurzsichtig und unsolidarisch und verschleiert die Rolle des eigenen Kapitals

Kurt Stand
Gewerkschafter in den USA haben ein neues Feindbild: China. Dem Land jenseits des Pazifik wird vorgeworfen, Millionen »amerikanischer Jobs« abzusaugen und für die hohe Erwerbslosigkeit in den Vereinigten Staaten verantwortlich zu sein. Doch das ist ein willkürlich gezeichnetes Bild.

Beispielsweise war Chicago bis Endes letzten Jahrhunderts ein Zentrum der Süßwarenindustrie. Dann begann die Arbeitsplatzvernichtung. Die Gewerkschaften leisteten Widerstand. Sie schlossen sich auch mit Unternehmern zusammen, protestierten gegen hohe Preise für Zucker, die durch die US-Agrargesetze künstlich aufrechterhalten wurden. Zur gleichen Zeit drohten aber auch den Arbeitern in den Zuckerraffinerien Entlassungen. Auch dort ging der Trend zur Konzernglobalisierung, verbunden mit Betriebsschließungen.

Eine Stützung der Zuckerpreise schien notwendig, um Arbeitsplätze zu erhalten. Die Globalisierung war in den Neunzigern in der landwirtschaftlichen Verarbeitungsindustrie ...



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