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19.06.2010 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Ein Staat des Dialogs«

Gespräch mit Ilan Pappe. Über die Krise des Linkszionismus, die Notwendigkeit eines Regimewechsels und die Suche nach einem Staat, den es so noch nie gegeben hat

Werner Pirker, Haifa
Ilan Pappe ist israelischer Historiker und Professor an der Universität Exeter in Großbritannien. 2006 (deutsch 2007) veröffentlichte er sein Buch »Die ethnische Säuberung Palästinas«. Gestützt auf Armeedokumente entwickelt Pappe die These, die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina habe die »planmäßige Vertreibung« der einheimischen Bevölkerung mit eingeschlossen.

Ende Mai haben Sie in Haifa an einer internationalen Konferenz für das Rückkehrrecht der palästinensischen Flüchtlinge und die Herstellung eines demokratischen säkularen Staates auf dem Boden des historischen Palästina teilgenommen. Ich nehme an, das war nicht immer Ihre Position?

Nein. Ich habe meine Meinung mit Beginn des Oslo-Prozesses geändert. Bis 1993 habe ich, damals ein Mitglied der Kommunistischen Partei Israels, der Zweistaatenidee angehangen, die mir als sehr vernünftig erschien. Ich begann mich dann mit den Ereignissen von 1948 zu beschäftigen, in denen ich die Grundlage fü...

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