03.06.2010 / Schwerpunkt / Seite 3

Mit den Händen verteidigt

Menschenrechtsaktivisten widersprechen israelischen Darstellungen über Stürmung der »Free Gaza«-Flotte. Gewalt ging von Soldaten aus

Karin Leukefeld
Die offizielle israelische Darstellung der gewaltsamen Erstürmung der »Free Gaza«-Hilfsschiffe am Montag morgen gerät gehörig ins Wanken. Internationalen Medienvertretern wurde zwar mittlerweile eine Fülle von Militärvideos präsentiert, um die Behauptung der »Notwehr« zu untermauern. Doch die Arbeit der Medien- und Imageberater (Spin-Doctors) der israelischen Armee scheint wenig erfolgreich zu sein. Und intern fragt man sich laut einem Artikel in der Washington Post in der israelischen Regierung bereits, wie die Operation in einem solchen PR-Desaster enden konnte. Grund sind die vielen unabhängig voneinander abgegebenen Zeugenberichte von Passagieren der »Mavi Marmara«, aber auch von den anderen Schiffen, die internationale Medien nicht mehr ignorieren können. Alle beschreiben »kriegsähnliche Zustände« und ein gewaltsames Vorgehen der israelischen Soldaten bei der Erstürmung der Flotte mit Hilfsgütern in internationalen Gewässern.

Huwaida Arraf, eine der...

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