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30.03.2010 / Feuilleton / Seite 13

Eine Zermalmung

Hebbels »Nibelungen« werden im Berliner Deutschen Theater platt geschrien

Christoph Woldt
Zehn Jahre, genauer gesagt von 1850–1860, brauchte Friedrich Hebbel, um das Heldenlied »Nibelungen« für die Bühne flüssig zu machen. Liebe, Haß, Rache, Verdienst, Verrat, Treue, Goldgier, Neid, Lust und Eifersucht sind des Dichters Material. Das Finale seiner psychologisch motivierten Trilogie ist der Untergang, der Wunsch, dabei zu sein und sich selbst in der größten Katastrophe zu spüren. Die Sehnsucht nach eigener Größe beginnt mit Betrug und Selbstüberschätzung, sie endet in der Vernichtung.

Der eiserne Vorhang am Deutschen Theater in Berlin läßt nur einen Spalt am Boden frei. Davor hocken auf einer rostbraunen Schräge die Höflinge, Gunther im Pelz, Hagen in schwarzem Hemd und schwarzer Hose, Volker mit Langhaarperücke. Das gezogene Vorhangtor gibt den Burghof frei, die nackte Fortsetzung der rostigen Bodenplatte. Später wird die Spielebene bewegt, nach oben gezogen, kann sie als wehrhafte Zinne gelten oder bedrohlich sinkend, unter sich die tr...

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