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27.03.2010 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Europa wird deutscher

Hohe Hürden für Hilfe an klamme Staaten: Deutsche Bundeskanzlerin diktiert kleineren Partnern Regeln für die Krisenbewältigung im Euro-Raum

Tomasz Konicz
Der EU-Krisengipfel vom Donnerstag kann als »historisch« gelten. Die kompromißlose Haltung der deutschen Regierung in der Frage etwaiger Hilfsmaßnahmen für das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland markiere eine »Zeitenwende«, jubelte Die Welt. Jetzt wehe in Europa »ein neuer Wind«, verkündete das Springer-Blatt. Die »politischen Spielregeln in Europa« seien verändert, konstatierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Freitag. Berlin setzte sich mit seiner Griechenland-Politik durch, die laut Handelsblatt »extrem strenge Bedingungen für Finanzhilfen« vorsieht.

Griechenland soll im Notfall vor allem durch eine »substantielle Finanzierung« seitens des Internationalen Währungsfonds (IWF) gestützt werden. Gegen die Beteiligung des IWF hatten die meisten Staaten der Euro-Zone und auch der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, erbitterten Widerstand geleistet. Die EZB fürchtet schlicht, daß der IWF sich in ihre – lockere...

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