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16.03.2010 / Ausland / Seite 2

»Unternehmen profitieren von der Katastrophe«

Chile: Nach Erdbeben kontrolliert Militär ganze Regionen. Konzerne geben Almosen, erhöhen Preise, kassieren Steuererleichterungen. Ein Gespräch mit Raúl Villablanca

Wladek Flakin
Raúl Villablanca ist Lehrer in Santiago, Chile

Chile stellt sich gern als »Schweiz von Lateinamerika« dar. Doch nach dem Erdbeben vom 27.Februar wurden die sozialen Widersprüche sehr deutlich. Es kam zu Plünderungen, und die Regierung verhängte den Ausnahmezustand …

Schon am Tag des Erdbebens begannen Menschen, in Supermärkte einzubrechen, um Lebensmittel und Wasser zu holen. Einige Leute haben auch Fernseher und andere Produkte, die sie nicht unmittelbar brauchten, mitgenommen. Diese Bilder wurden von den Unternehmern ausgenutzt, um gegen die hungernden Menschen zu hetzen. Die damals noch im Amt befindliche Regierung von Michelle Bachelet (Sozialistische Partei) rief in den betroffenen Gebieten den Ausnahmezustand aus und verließ eine Ausgangssperre.

Die Folgen des Erdbebens hätten nicht so dramatisch sein müssen. Kein einziges Reichenviertel wurde zerstört. In der »Schweiz von Lateinamerika« wurde die soziale Ungleichheit auf einen Schlag sichtb...


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