15.03.2010 / Feuilleton / Seite 13

Woyzeck Superheld

Früh aufstehen reicht nicht: Im Kinofilm »Parkour« führt der proletarische Alltag in den Wahnsinn

Elsa Köster
Richie sitzt in der Klemme. Da reicht ein Blick auf die Kontoauszüge: Das ist doch Scheiße. Der Auftraggeber ist insolvent gegangen. Richie hat seinen Kollegen auf dem Bau die Löhne schon ausgezahlt. Das Leben der Proletarier in der Wirtschaftskrise, möchte man meinen. Meint der Auftraggeber auch: »So ist das heutzutage. Das ist dein eigenes Risiko. Deine Kollegen kannst du gleich mitnehmen zum Stempeln«.

Hannah, Richies Freundin, geht es nicht viel besser. Die Arbeit ist ihr genauso verhaßt wie die Schule: »Ich hab’ keinen Bock, ich will da nicht mehr rein«. Wenn sie ihr Abitur hat, will sie Architektur studieren. In Berlin. Dann sitzt Richie ganz allein in der Klemme. Da helfen auch die kontrollromantischen »Richie und Hannah«-Tattos auf den Schultern nichts.

Marc Rensings Langfilmdebüt »Parkour« zeigt ungeschminkt deutsche Mentalitäten. Vom Leben des hart arbeitenden, pleite gehenden, weil scheinselbständigen Proletariers bis zum halbintellektu...



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