16.02.2010 / Feuilleton / Seite 12

Doch nur Ersatz

Ronald M. Schernikau befragte seine Mutter für »Irene Binz« über ihre Vergangenheit

Almut Klotz
Eine Frau erzählt aus ihrem Leben. Sie erzählt es ihrem Sohn, und der macht aus diesem Material ein Buch. Das war 1981. Der Sohn hatte zu dieser Zeit bereits – bevor er das Abitur in der Tasche hatte – mit »Kleinstadtnovelle« einen Achtungserfolg erzielt, ganz ohne kulturgestopften Background. Ronald Schernikau ging dann zum Studieren nach Westberlin, war gleichzeitig bekennender Kommunist und bekennender Schwuler, Mitglied der DKP und bei dem Ensemble »Ladies Neid«, avancierte zur Tuntendiva und begann dennoch 1986 in Leipzig (!) am Institut für Literatur zu studieren, was mit nicht wenigen Ressentiments seitens der Ostkommilitonen wie Westfreunde begleitet war; wovon sein Buch »Die Tage in L.« berichtet. Im September ’89 wurde er DDR-Staatsbürger. Zwei Jahre später starb er an AIDS.

Nun, fast zwanzig Jahre nach seinem Tod und fast dreißig Jahre nach den Gesprächsprotokollen, ist Schernikaus Buch über seine Mutter erschienen. Ellen Sch...

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