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10.11.2009 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Korruptes Kolonialgebilde

»Nation-Building« ohne Fundament: Aller Propaganda zum Trotz bleibt Afghanistan wirtschaftlich und sozial ein Land makaberer Rekorde und abhängiger denn je

Raoul Rigault
Frieden, Fortschritt, Freiheit, Wohlstand, Einheit und ein Ende des Drogenhandels sollte die NATO-Invasion im Herbst 2001 dem Land am Hindukusch bringen. Acht Jahre danach ist das Gegenteil der Fall. Das Land lebt mehr denn je im Krieg. Die Masse der Bevölkerung leidet unter sinkenden Einkommen, Arbeitslosigkeit, grassierender Umweltverschmutzung. Gleichzeitig stecken sich die Warlords und Günstlinge des Marionettenregimes gigantische Summen in die eigene Tasche und bringen sie außer Landes.

Am Dollartropf

Einen »neoliberalen Militärstaat am Tropf des Westens« nannte die Informationsstelle Militarisierung (IMI) das von den NATO-Staaten und ihren Verbündeten geschaffene Produkt. Tatsächlich haben sich die »Schutzmächte« ihr Kolonialunternehmen auch im Zivilbereich einiges kosten lassen: 15 Milliarden US-Dollar (gut zehn Milliarden Euro) flossen bislang an »Hilfen« nach Kabul, weitere zehn Milliarden sind zugesagt. Ein stattlicher Betrag für ein Land, desse...

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