15.09.2009 / Inland / Seite 4

Entlastendes Material ignoriert

Berliner müssen sich für Molotowcocktail verantworten. Kritik an Prozeßführung

Markus Bernhardt
Vor dem Berliner Landgericht wird heute der Prozeß gegen zwei Jugendliche fortgesetzt, denen »versuchter Mord« zur Last gelegt wird (jW berichtete). So sollen der 17jährige Yunus K. und der 19jährige Rigo B. im Anschluß an die diesjährige »Revolutionäre 1. Mai«-Demonstration in Berlin einen Molotowcocktail entzündet und ihn auf die eingesetzten Polizeibeamten geschleudert haben.

Die erhobenen Vorwürfe gelten vielen Prozeßbeobachtern als von der Staatsanwaltschaft konstruiert. Bereits Ende vergangener Woche hatte ein Polizist ausgesagt, der die Beschuldigten am Abend des 1. Mai gemeinsam mit einem Kollegen ununterbrochen beobachtet und als Täter identifiziert haben will. Eine plausible Antwort auf die Frage, wie das aus 15 Meter Entfernung bei dem damals rund um das Kottbusser Tor herrschenden Chaos und bei den gegen 21.45 Uhr durch die Dunkelheit schlechten Sichtverhältnissen möglich gewesen sei, blieb der Beamte indes schuldig.

Auch die Frage, warum di...



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