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09.09.2009 / Schwerpunkt / Seite 3

Jungs Kronzeuge

Der Ertrinkende und sein Strohhalm: Verteidigungsminister leugnet weiter Tankwagen-Massaker und beruft sich ausgerechnet auf den Gouverneur von Kundus

Knut Mellenthin
Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung kämpft so verzweifelt um seinen Job, als ginge es um sein Leben. Im Bundestag verteidigte er am Dienstag noch einmal das von der Bundeswehr zu verantwortende Massaker in Kundus und berief sich dabei auf »hochrangige« afghanische Funktionäre: Die hätten bestätigt, daß bei dem Luftangriff »nur Taliban und deren Verbündete« getötet wurden.

Der wichtigste Kronzeuge des CDU-Mannes ist der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar, über dessen Lob für die Bundeswehr Spiegel online schon am Montag berichtet hatte. Das Bombardement sei »die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit« gewesen, hatte Omar dem Internetportal erzählt. »Bei uns sind keine Beschwerden über zivile Opfer eingegangen«, wußte er ferner zu berichten. »Augenzeugen« hätten ihm bestätigt, daß am Ort des Geschehens neben 60 bewaffneten Taliban nur »15 bis 20 weitere Personen« gewesen seien. Und um die sei es auch nicht schade, denn wer sich bei den...

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