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11.08.2009 / Feuilleton / Seite 12

Morgenröte der Menschheit

Erfahrungen mit dem Kommunismus aus weiblicher Perspektive: Robert Cohens Roman »Das Exil der frechen Frauen«

Peter Jehle
Als Maria Greßhöner im Moskauer Bolschoi-Theater sitzt, unter Kronleuchtern, die vor noch nicht allzu langer Zeit »einem sehr anderen Publikum geschmeichelt« hatten, interessiert sie sich weniger für das Spiel auf der Bühne und mehr für die Hand des ihr unbekannten Sitznachbarn zur Rechten: »Schwielige, zerklüftete Haut, Schmutzspuren in den Furchen, brüchige Fingernägel, eine Narbe, quer über den fleckigen Handrücken.« Es ist, als hätte sich diese Hand, die da neben ihr liegt, in eine fremde Welt verirrt; sie wirkt »exotischer als das Japan aus Papiermaché auf der Bühne« und ist doch das untrügliche Zeichen, daß etwas Neues in die Welt gekommen ist, daß die alten Maßstäbe, die die Klassen auf die ihnen zukommenden sozialen Positionen fixiert hatten, nicht mehr stimmen – so sehr, daß Maria Greßhöner, Gutsbesitzertochter aus Westfalen, nach dem Vorbild der Bolschewiki ihren Namen geändert hat. Sie nennt sich jetzt Osten, »wie Rußland, Sowjet­union, S...

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