05.08.2009 / Inland / Seite 8

»Soldat ist kein Beruf wie jeder andere«

Aushöhlung der UN-Kinderrechte. In Deutschland melden sich jedes Jahr mehrere hundert Minderjährige freiwillig. Ein Gespräch mit Ralf Willinger

Michael Schulze von Glaßer
Ralf Willinger ist Experte für Kinderrechte beim Kinderhilfswerk »terre des hommes«

Die Bundeswehr benötigt zur Bedarfsdeckung nach eigenen Angaben jährlich 20 000 neue Rekruten. Um diese zu bekommen kooperiert die Armee mit Schulen, wirbt in Medien und führt ungezählte Werbeveranstaltungen durch. Was kritisieren Sie an der Werbepraxis der Bundeswehr?

Wir sehen es kritisch, daß die Bundeswehr schon bei Veranstaltungen mit zwölfjährigen Kindern an Schulen oder bei Freizeitveranstaltungen Werbung für sich macht. In der UN-Kinderrechtskonvention ist zwar keine Altersgrenze für solche Werbeaktivitäten festgelegt. Sie widersprechen aber klar dem Geist der Konvention, nach dem sich Kinder frei entwickeln sollen, im Geist der Verständigung und des Friedens. Besonders kritisch sehen wir, daß die Werbung bei der Bundeswehr beispielsweise die Begeisterung von Kindern für Technik, ihre Abenteuerlust oder den sportlichen Wettbewerb ausnutzt. So etwas funktioniert bei...

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