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15.07.2009 / Inland / Seite 2

»Hier geht es ums Sparen, nicht ums Fördern«

Offenbach zwingt Erwerbslose unter Androhung von Leistungskürzungen zum zweimonatigen Bewerbungstraining. Ein Gespräch mit Nikolaus Dümpelmann

Gitta Düperthal
Nikolaus Dümpelmann ist Kreisvorsitzender der Partei Die Linke in Offenbach und hat dort vor zwei Jahren eine Hartz-IV-Beratung mitgegründet

Im Kreis Offenbach müssen Hartz-IV-Bezieher antreten, um Bewerbungen zu schreiben – zwei Monate lang, viermal die Woche jeweils vier Stunden. Wer nicht erscheint, bekommt die Stütze gekürzt. Carsten Müller, SPD-Kreisbeigeordneter und Leiter des kommunalen Jobcenters »Pro Arbeit« ist stolz auf das vom ihm erdachte Pilotprojekt für Erwerbslose. Sie sehen das anders?

Wir sehen darin ein Aushebeln des Artikels 1 des Grundgesetzes, denn die Menschenwürde wird durch diese Maßnahme mit Füßen getreten. Auch Artikel 2, nach dem jeder Mensch das Recht hat, sich frei zu entfalten, wird mißachtet. Es ist nicht in Ordnung, wenn man zwei Monate lang dieses Projekt mit intensiver Betreuung laufen läßt, aber bei Nichtteilnahme damit droht, Geld zu streichen. »Pro Arbeit« geht davon aus, daß man Erwerbslose intensiv betreuen mu...

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