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20.06.2009 / Geschichte / Seite 15

Keine Frage der Ehre

Am 21. Juni 1919 gab Konteradmiral Ludwig von Reuter den Befehl zur Selbstversenkung der ­kaiserlichen Hochseeflotte

Alexander Bahar
Mit dem am 11. November 1918 im französischen Compiègne unterzeichneten Waffenstillstand war der Erste Weltkrieg zu Ende gegangen. Laut den Bestimmungen des Vertrags sollte der Kern der deutschen Hochseeflotte bis zum Abschluß eines Friedensvertrags in Scapa Flow »interniert« werden: einer von den Orkney-Inseln gebildeten windgeschützten Bucht vor der Nordküste Schottlands. Während des Krieges war sie lange Zeit Hauptstützpunkt der Grand Fleet im Rahmen der britischen Fernblockade.

Alle wertvollen Ausrüstungsteile wie z.B. nautische Instrumente der über 74 deutschen Schiffe waren vor dem Auslaufen am 19. November in Wilhelmshaven entfernt, die Verschlüsse der Kanonen ausgebaut und die Besatzungen entwaffnet worden. Erst drei Wochen zuvor hatten die meuternden revolutionären Heizer und Matrosen das Gros der Offiziere von Bord gejagt. Im Glauben, die Schiffe würden als »vorübergehendes Pfand« beim Friedensschluß nach Deutschland zurückkehren, hatte auch de...

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