12.06.2009 / Thema / Seite 10

Konstant auf Konfrontation

Hintergrund. Die USA haben 1948 im Süden der koreanischen Halbinsel ein Regime installiert, das bis heute auf einen Sieg über Nordkorea getrimmt ist. Gleichzeitig kriminalisiert Washington die Volksrepublik und bricht verbindliche Verträge

Rainer Werning
Korea hatte innerhalb eines Jahrhunderts das Pech, als koloniales Objekt übel zugerichtet und dann auch noch als postkoloniales Opfer (auf-)geteilt zu werden. Von 1910 bis 1945 währte die japanische Kolonialherrschaft. Die Koreaner waren gezwungen, ihre Namen zu japanisieren; das öffentliche Sprechen von Koreanisch war verboten und unter Strafe gestellt. Bei den XI. Olympischen Sommerspielen in Berlin hieß der überlegene Sieger des Marathonlaufs am 9. August 1936 Soh Kee-Chung, ein Koreaner aus dem Norden der Halbinsel, der allerdings unter japanischer Flagge starten mußte und als Goldmedaillengewinner »Kitei Son« in die offiziellen Sportannalen einging. Massenhaft wurden Koreaner ins Reich des Tenno verschleppt, wo sie unter kläglichen Bedingungen in der Rüstungs- und Werftindustrie sowie in Kohlegruben ihres kolonialen Zuchtmeisters schuften mußten. Ein Großteil der Opfer der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki waren Koreaner. Doch es dauerte ...

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