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30.05.2009 / Schwerpunkt / Seite 3

»Wir brauchen ein Lobbyisten-Register«

Viele Medien haben die gezielten Desinformationen der Bahn AG unkritisch übernommen. Ein Gespräch mit Ulrich Müller

Gitta Düperthal
Ulrich Müller ist geschäftsführender Vorstand des Vereins LobbyControl in Köln

LobbyControl hat enthüllt, daß die Deutsche Bahn AG verdeckte Werbemaßnahmen ergriffen hat, um ihre Privatisierung zu propagieren – dafür wurden 1,3 Millionen Euro ausgegeben. Wie sind Sie diesem Skandal auf die Spur gekommen?

Einen ersten Verdacht hatten wir bereits 2007. Das Bündnis »Bahn für alle« hat damals schon vermutet, daß hinter diesen Aktivitäten der Denkfabrik Berlinpolis und von »Meine Bahn, deine Bahn« eigentlich die Bahn AG steckt. Wir konnten das aber nicht belegen. Mit neueren Insiderinformationen, die uns zugespielt wurden, konnten wir jetzt die Bahn dazu zwingen, eine Prüfung durch die externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG durchführen zu lassen – und den Skandal einzugestehen.

Wo und in welchem Ausmaß wurde diese Propaganda veröffentlicht?

Wesentlicher Akteur war Berlinpolis – als Subauftragnehmer der Lobbyagentur EPPA (European Public...

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