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15.05.2009 / Feuilleton / Seite 12

Die Lesbarkeit der Bilder

»Im Objektiv des Feindes«: Der Blick der Nazipropaganda auf das ­besetzte Warschau in einer Berliner Ausstellung

Matthias Reichelt
Von Beginn an begriff der Nazi-Staat die Bildmedien als Teil des propagandistischen Kampfes. Heinrich Hoffmann, der Leibfotograf Adolf Hitlers, versorgte die Medien bereits vor 1933 mit den Bildern des führenden Nazis. Auch Propagandaminister Joseph Goebbels wollte in der Bildpolitik nichts dem Zufall zu überlassen. Mit beachtlichem Aufwand verfuhr man so auch im Krieg. In die Wehmacht waren »Propagandakompanien« integriert, 1942 waren es 21, die insgesamt 15 000 Personen beschäftigten. Zusätzlich hatte die SS ihre eigenen Fotografen. Allein in Polen sind auf diese Weise 25000 Bilder entstanden, von denen ungefähr 2500 Motive aus Warschau zeigen. 150 Bilder aus der von Deutschen besetzten Stadt werden derzeit im Berliner Willy-Brandt-Haus unter dem Titel »Im Objektiv des Feindes« ausgestellt. Es handelt sich dabei ausschließlich um Bilder der Propagandakompanien der Wehrmacht sowie der SS, die nach dem Krieg in die Bildarchive des Preußischen Kulturbesitz...

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