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04.05.2009 / Feuilleton / Seite 13

Hier spukt die Journalistin

Vom Schwebezustand zwischen Tod und Weiterleben: Monika Treuts Kinofilm »Ghosted«

Anja Trebbin
Seit ihrer Arbeit an dem Dokumentarfilm »Den Tigerfrauen wachsen Flügel« (2005) steht Monika Treut in enger Verbindung zu Taiwan, vor allem zur Filmindustrie des Landes. Nun ist ihr erster Spielfilm seit 1991 in die Kinos gekommen, die deutsch-taiwanesische Koproduk­tion »Ghosted«. Ein Spiel mit Motiven, Zeit- und Handlungsebenen ohne linearen Ablauf und eindimensionale Bedeutungen. Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft durchdringen einander. Je näher die Figuren einander kommen, desto dichter werden deutsche und taiwanesische Welten miteinander verwoben. Der Zuschauer wird so in eine Art Schwebezustand versetzt.

Vorderhand erzählt Treut eine Liebesgeschichte, Dreh- und Angelpunkt ihres Films aber ist der Tod. Es geht um die kulturell verschiedenen Arten, mit ihm umzugehen. Unterschwellig schwingen permanent die Gegensätze von Erinnern und Vergessen, Realität und Projektion mit. Am Anfang erhält die junge Taiwanerin Ai-ling (Huan-Ru Ke) die Erlaubnis ihre...

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