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30.03.2009 / Feuilleton / Seite 13

Lalalala, Abschnitt B

Ein Phantom im Willy-Brandt-Haus. Nachträglich zum 40. Todestag B. Travens

Thomas Dierkes
Als Patrick Süskind vor einigen Tagen seinen 60. Geburtstag feierte, richteten Zeitungen Grußadressen an einen ruhmreichen »Unsichtbaren« (FAZ) oder ein »Phantom der Literatur« (Bild). Bei genauerem Hinsehen erscheinen solche Zuschreibungen etwas bemüht: Jemand sitzt die erste Hälfte seines Lebens in einem kleinen Zimmer und schreibt ein Buch über Duftwässerchen mit Frauenzutaten, um sich in seiner zweiten Lebenshälfte in einer stillen Kammer ins Fäustchen zu lachen.

Beim Schriftsteller B. Traven verblaßt das Biographische völlig. Weder seine Herkunft noch sein Geburtsjahr, nicht einmal sein Name sind bis heute abschließend geklärt. Insgesamt hatte er vermutlich 20 Pseudonyme. Vielleicht waren es mehr. Eine übereinstimmende Identität mit einem Regisseur, Schauspieler, Publizisten und im Zuge der Niederschlagung der Münchner Räterepublik zum Tode Verurteilten, der unter dem Namen Ret Marut auftrat, wird als wahrscheinlich angenommen.

1923 soll dieser Man...



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