25.02.2009 / Schwerpunkt / Seite 3

Ausgenutzt in Blankenese

Ohne Papiere, aber nicht rechtlos: Ein Dokumentarfilm über die Arbeitsbedingungen einer peruanischen Migrantin in einem Hamburger Villenviertel

Claudia Wangerin
Arbeitsverhältnisse wie das von Ana S. sind für Gewerkschaften und Arbeitsgerichte noch Neuland. Die Peruanerin war hin- und hergerissen zwischen ihrem Gerechtigkeitsempfinden, ihrer Unsicherheit und den familiären Beschwichtigungen ihrer »Arbeitgeber«, ehe sie sich entschloß, als Hausarbeiterin ohne Papiere vor Gericht einen angemessenen Lohn einzuklagen.

Zehn Stunden täglich arbeitete sie als Haushaltshilfe bei einer wohlhabenden Familie in Hamburg: putzen, aufräumen, bügeln, Kinderbetreuung – und nicht zuletzt den Hund ausführen. Insgesamt 39 Monate lang. Neben Kost und Logis bekam sie dafür nur rund einen Euro Stundenlohn. Der Hausherr versicherte ihr auf Nachfrage, daß dies in Deutschland so üblich sei. Und immer, wenn es paßte, betonte er, wie sehr sie zur Familie gehöre. Sie durfte nie schlecht gelaunt sein, sollte immer ein Lächeln auf den Lippen haben, damit die Kinder sich in ihrer Gegenwart nicht unwohl fühlten. »Mit einem Lächeln auf de...

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