05.02.2009 / Feuilleton / Seite 12

Rasender Stillstand

Laß uns nicht von Prekariat reden: In Potsdam fragte die Soziologin Natalie Grimm, ob Arbeitslose etwas zu verlieren haben

Matthias Becker
Es darf nichts dazwischenkommen.« Die Soziologin Natalie Grimm hat mit Beziehern von Arbeitslosengeld II gesprochen und faßt deren Situation so zusammen: Eine Krankheit, die Kündigung, Scheidung oder die Geburt eines Kindes führen zu einem »Bruch« im Lebenslauf. Nur wenigen gelingt es, ihn wieder zu kitten.

Grimm arbeitet für das Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS). Im Rahmen des Forschungsprojekts »Prekarisierte Erwerbsbiographien«, zum Teil vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales finanziert, werden Erwerbslose fünf Jahre lang regelmäßig befragt. Und zwar nicht nur zu den sogenannten harten Fakten, sondern auch zu deren Verarbeitung: Wie erleben sie ihre Deklassierung? Wehren sie sich, fühlen sie Scham oder Wut? Am Dienstag sprach Grimm beim Potsdamer Einstein-Forum über ihre bisherigen Ergebnisse.

Die Aussagekraft ihrer Studie ist allerdings beschränkt. Vergleichsweise wenig Menschen wurden interviewt (106), außerdem kamen die Forscher oft ...



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