12.01.2009 / Feuilleton / Seite 12

Alte Stickmuster, frisches Bier

Beste Wahl Wanderstammtisch: Ganz unterschiedlich wird in München der bayerischen Revolution 1918/19 gedacht

Nick Brauns
So stellt sich der brave Bürger einen echten Revoluzzer vor: Wilder Bartwuchs und Räuber-Hotzenplotz-Hut, das Gewehr umgehängt, eine Handgranate am Gürtel. Das rot eingefärbte Bild mit dem Schriftzug »Revolution!« ziert momentan zahlreiche Münchner Litfaßsäulen. Es handelt sich um Werbung für eine vom Haus der Bayerischen Geschichte gestaltete Ausstellung zur bayerischen Revolution 1918/19, die noch bis 22. Februar im Münchner Literaturhaus zu sehen ist. Doch handelt es sich bei den Dargestellten keineswegs um Gefolgsleute Kurt Eisners oder Erich Mühsams, sondern um Mitglieder einer Bürgerwehr, die nach der Niederschlagung der Räterepublik im Mai 1919 gebildet wurde.

Weiße Armbinden machen die Männer auf dem Bild als Anhänger der »Weißen« kenntlich. Entnommen wurde der Bildausschnitt einer Postkarte, die Bürgerwehrmänner beim Abführen gefangener Räterepublikaner zeigt. Ein Propagandabild von Heinrich Hoffmann, NSDAP-Mitglied seit 1920, Freund und Hoffotog...

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