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31.12.2008 / Feuilleton / Seite 12

In der Opfer-Oper

Die Siegessäule entdeckt die DDR

Markus Bernhardt
In der Siegessäule, Berlins schwul-lesbischem Gratis-Magazin, wird sich mal wieder über die nicht mehr existente Ostzone gegruselt. In der Dezemberausgabe berichtet Siegessäule-Redakteurin Andrea Winter über »Verbotene Liebe in der DDR« und unterschlägt ganz nebenbei, daß der Homosexualität unter Strafe stellende Paragraph im nichtkapitalistischen Teil Deutschlands 1988 ersatzlos gestrichen wurde; während der Paragraph 175 StGB in der berühmten Bundesrepublik erst 1994 gecancelt wurde.

Winter berichtet auf ganzen zwei Seiten über das Jugendtheater Strahl, das mit »Akte R« die reale Geschichte »eines schwulen Stasiopfers« namens Mario Röllig inszeniert. Der schwule Mann versuchte im Juni 1987 in Ungarn die Flucht über die grüne Grenze, was ihm mißlang. Daraufhin wurde er aufgrund des Vorwurfs von »Republikflucht« in Berlin-Hohenschönhausen inhaftiert und nach dreimonatiger Haft vom Westen freigekauft. Heute macht Röllig Führungen in der »Gedenkstätte« Berl...

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