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24.12.2008 / Thema / Seite 10

Wortreiches Verschweigen

Weihnachtsgeschichte 2008: Die Evangelische Kirche in Deutschland glaubt an Kapital und Militär – von Wohlstand für alle kann da keine Rede sein

Dieter Frielinghaus
Am 9. Juli dieses Jahres stellte Bischof Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche, zusammen mit dem Vorsitzenden der Kammer für soziale Ordnung, Professor Gert G. Wagner, in Berlin die neue Denkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland vor: »Unternehmerisches Handeln in evangelischer Perspektive«. Bei allem Lob, das die Schrift in der Öffentlichkeit erfährt, sie verfälscht das biblische Evangelium, auf das sie sich beruft. Sie behauptet z. B. von dem Gleichnis des reichen Mannes und des armen Lazarus (Lukas, Kap. 16): Zu verdammen sei nicht, daß der Reiche »sich in Purpur und kostbares Leinen kleidete und alle Tage herrlich und in Freuden lebte«, wohl aber, »daß er den Armen vor seiner Tür einfach übersieht« und damit »die Weisungen des Gesetzes und der Propheten ignoriert. Aber »Mose und die Propheten«, wie Jesus sagt, verlangen mehr: Erstens soll es Arme überhaupt nicht geben. Zweitens, daß es sie dennoch gibt, ist Schuld de...

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