Gegründet 1947 Montag, 14. Oktober 2019, Nr. 238
Die junge Welt wird von 2216 GenossInnen herausgegeben
17.12.2008 / Ansichten / Seite 8

Sündenbock

Madoff und die richtige Wirtschaft

Klaus Fischer
Ein früher angesehener Wall-Street-Manager hat Banken und reiche Privatleute genarrt und abkassiert. Um 50 Milliarden, wie es heißt. Mitten in einer veritablen Wirtschafts- und Finanzkrise müßte das eine schlechte Nachricht sein. Allerdings sieht es eher so aus, als sei der Madoff-Betrug Politikern, Medien und Bankenbossen zur rechten Zeit gekommen.

Endlich ist mal ein richtiger Krimineller schuld an Milliardenverlusten. Fast kann man das Aufatmen hören in New York, London, Frankfurt/Main und Kronberg im Taunus. Kein Spitzenmanager eines angesehenen Geldhauses hat hierbei Riesensummen vergeigt, kein hochbegabter Staatssekretär als Kontrollfigur versagt, und kein Minister muß sich Vorhaltungen meist ebenso unbedarfter Abgeordneter anhören. Endlich wieder heile Welt also.

Denn ohne Figuren wie Bernard Madoff herrschte in den zurückliegenden Wochen Erklärungsnotstand. Irgendwie braucht es Schuldige an der Misere. Oder kann es sein, daß Topmanager ...



Artikel-Länge: 2961 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

19,80 Euro/Monat Soli: 25,80 €, ermäßigt: 12,80 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

41,80 Euro/Monat Soli: 52,80 €, ermäßigt: 29,80 €